Stallroutine am Abend

Heute folgt die Fortsetzung in unserem Stallalltag. Ich habe euch ja schon erzählt, dass meine Pferde bis zum Sonnenuntergang auf der Weide stehen. Je nachdem, wann ich es schaffe, werden sie natürlich tagsüber oder auch im dunkeln bewegt, aber das ist in der Vorlesungszeit sehr spontan.

 

 

Planmäßig muss dagegen der Abenddienst bedacht werden, da wir die Pferde natürlich nicht im Dunkeln draußen lassen wollen, da uns das einfach zu gefährlich ist. Der Stall liegt ziemlich abgelegen und somit bemerkt keiner, wenn sie vielleicht doch einmal das Weite suchen. Immerhin darf man nicht vergessen, dass Pferde Fluchttiere sind und diese Instinkte bei Gefahr überlebensnotwendig sind.

Tagsüber mistet jeder die Boxen seiner Pferde, in meinem Fall sind das also derzeit 3 Boxen, die jeden Tag gepflegt werden müssen. Frisch eingestreut und mit Heu und Wasser versorgt, ziehen die Pferde in der Dämmerung wieder in ihre Nachtquartiere. Auch abends werden die Hufe wieder gekratzt, um den Schlamm und mögliche Steine auszuputzen. Dann beginnt natürlich auch das Vorbereiten der individuellen Futterrationen, in manchen Teilen unterscheiden sich die Morgen- und Abendfutterpläne einiger Pferde. Auch der Kater bekommt natürlich sein Abendbrot und die Ziegen werden mit ein wenig Hafer in ihren Stall gelockt, was so ziemlich der anspruchsvollste Teil des Dienstes ist, denn die Monsterchen können echt stur sein. 

 

 

Unsere Boxen sind alle im oberen Teil offen, sodass die Pferde alle nach draußen schauen können. im Winter schließen wir jedoch die Türen komplett, um den Stall nachts wärmer zu halten. Unsere Pferde sind nicht geschoren, zumindest derzeit noch nicht, weshalb sie auch keine Decken tragen und durch den geschlossenen Stall wird es trotzdem warm. Auch untereinander können sich unsere Pferde ständig beschnuppern, da wir nur halbhohe Trennwände haben. Das ist meiner Meinung nach eine viel bessere Haltung als in den hoch vergitterten Boxen, wo sie isoliert und ohne Sozialkontakt die Nacht verbringen. Selbstverständlich gibt es da auch mal Gezicke und schlechte Laune, aber bei uns Menschen ist das ja nun auch nicht anders.