Winterarbeit

Der Winter ist für viele von uns eine eher entspanntere Phase, da hier nicht so viele Turniere anstehen und man den Pferden ruhig einmal eine wohlverdiente Pause gönnen kann, ohne den Gedanken, etwas zu verpassen. Für mich ist diese Zeit auch relativ turnierfrei, aber das heißt nicht trainingsfrei. Lumpi hatte sich auf das Ende der grünen Saison hin im Training durch eine Unaufmerksamkeit verletzt und hat sich so seine Pause selbst genommen. Durch die Zwangspause sind einige Turniere leider ausgefallen, aber die Genesung der Pferde geht in jedem Fall erst einmal vor.

Da wir uns für die Partner Pferd Messe Leipzig im Januar qualifiziert haben, wird der Winter jetzt zur Vorbereitung auf dieses Event genutzt. Im täglichen Training steht viel Dressurarbeit an, um ihn fein an die Hilfen zu bekommen und ihn mit leichten Hilfen am Bein wach und aufmerksam zu haben. Im Parcours ist er gern einmal etwas zu lang und hat zu wenig Frequenz im Galopp, was wir jetzt im Winter verbessern wollen. Er soll von sich aus mehr Zug zum Sprung entwickeln und kräftiger durchfußen. Bei meinen anderen beiden Monstern Rhusty und Rosy besteht die Winterarbeit aus dem kompletten Gegenteil. Die beiden sind sehr eifrig in der Anreitephase und müssen lernen, sich mehr auf den Reiter zu verlassen und nicht alles nach ihrem Dickkopf durchzusetzen. Rosy war früher, bevor sie zu mir kam, schon einmal S platziert, hat aber sehr an Vertrauen verloren und das muss ich wieder aufbauen. Viele Gymnastikübungen zur Vertrauensbildung und zum Beruhigen stehen für sie im Mittelpunkt. Aber auch die Dressurarbeit ist für die beiden sehr wichtig, da das der Grundstein für alles Weitere ist und darauf alles aufgebaut wird. Für Rhusty, der sich schnell fest macht, ist die Vorwärts-abwärts-Dehnung essenziell, welche er lernen muss zu halten ohne zu verspannen und los zu rennen. Rosy und Lumpi dagegen kommen schnell einmal auf die Vorhand, wenn man nicht aufmerksam ist. Daher ist für die beiden das Aufrichten und das Halten der Kraft auf der Hinterhand eine sehr wichtige Winterarbeit.

 

 

Wie ihr sehen könnt, sind meine Pferde teilweise sehr verschieden, und benötigen daher ganz individuelle Trainingseinheiten. Es ist wichtig, dass man sich auf jedes Pferd neu einstimmt und sich dann auch Zeit für die Problemlösung nimmt. In 2 Tagen ist keine Aufrichtung im Hals perfekt und auch keine Dehnungshaltung durchgehend gegeben. Ihr dürft nicht zu hastig eine Reaktion von euren Pferden verlangen, denn die müssen erst einmal verstehen, was sie sollen und dann lernen es richtig umzusetzen. Das bedarf viel Geduld und Standhaftigkeit von Seiten des Reiters, aber auch einmal eine gewisse Coolness, wenn nicht alles sofort klappt an einem Tag, dann klappt es eben am nächsten!