Longieren

Wie ihr vielleicht schon in meinen vorangegangenen Blog-Posts mitbekommen habt, lege ich sehr viel Wert auf eine ganzheitliche vielseitige Ausbildung meiner Pferde. Meine Springpferde werden genauso auf dem Level in der Dressur ausgebildet, wie sie im Springen leisten. Was bringt mir ein S-Springpferd mit Dressurkenntnissen der E Klasse, das funktioniert einfach nicht.

 

Daher lege ich großes Augenmerk auf abwechslungsreiches, aber auch intensives Training. Bewegt sind meine Pferde ja im Prinzip jeden Tag, da sie von früh bis spät auf der Weide stehen. Da ist es kein Beinbruch, wenn ich es neben der Uni mal nicht schaffe, sie alle zu reiten. Ich versuche aber, sie 5 Tage in der Woche zu beschäftigen. Nicht unbedingt zu reiten, sondern zu beschäftigen. Das heißt für mich vor allem Bodenarbeit und Longieren, denn auch ich fühle mich nicht jeden Tag 110% fit und möchte dann keine unbewussten Fehler auf dem Rücken meiner Pferde machen, die sich dann negativ beim nächsten Training auswirken. 

Daher versuche ich, alle Pferde 1x wöchentlich zu longieren. Am liebsten Arbeite ich mit der Doppellonge. Je nach Ausbildungsstand kann ich dann die Longe durch unterschiedlich hoch liegende Ringe am Logiergurt führen, um entweder vermehrte Dehnungshaltung oder Aufrichtung zu erlangen. Für die Pferde ist es eine willkommene Abwechslung, auch mal ohne Reitergewicht zu laufen. Trotzdem kann ich durch die Doppellonge ganz gezielt exakte Hilfen am Zügel geben und meine Pferde somit auch feinfühlig auf meine Zeichen machen. Ich arbeite dabei sehr viel mit der Stimme, um alle Gang- und Tempiwechsel anzugeben. Gerade durchparieren kennen meine Pferde nur mit einem ganz sanften „Brrr“ und sofort sind sie in der tieferen Gangart oder im ruhigeren Tempo. An den Longen zu ziehen, um zu bremsen halte ich für sehr schädlich, da ich das ja im Sattel auch nicht mache. Auch gezieltes Schnalzen - und das ist z.B. wenn sie auf „Galopp“ nicht sofort reagieren 1x Schnalzen - hilft dabei, die Pferde feinfühliger auf Hilfen zu machen. Wenn dann einmal gerade bei der Grundausbildung junger Pferde die Galopphilfe am Bein nicht direkt verstanden oder angenommen wird, kann man die bereits erlernte Stimmhilfe einsetzen, um dem Pferd nochmals zu verdeutlichen, was man denn von ihm verlangt. Sinnloses Beinklopfen oder Gertenschlagen verurteile ich und das sage ich auch ganz offen. Ich werde demnächst einen weiteren Post schreiben, in dem ich eine Longenstunde meiner Pferde einmal genauer betrachte und vielleicht werde ich das auch einmal im Video festhalten, wenn sich ein Freiwilliger findet.