Ausgewählte Springprüfungen erklärt

In diesem Blogbeitrag möchten wir euch zunächst die verschiedenen Arten von Springprüfungen und deren Voraussetzungen näher bringen. Wir haben uns im Video einige herausgepickt, da es noch viele mehr gibt und dies den Rahmen gesprengt hätte. Alle im Video erklärten Prüfungen sind hier nun noch einmal zusammengefasst.

 

Wir haben euch zusätzlich eine Datei mit den wichtigsten Fakten über die vorgestellten Springprüfungen zusammengestellt, die ihr downloaden könnt! Schaut dazu am Ende des Artikels!

Klasseneinteilung:

Springprüfungen sind grundsätzlich in 5 verschiedene Klassen unterteilt. 

 

Um die ersten Turniererfahrungen zu erhalten sind Springprüfungen der Klasse E perfekt. Hier erwarten euch Hindernisse bis 85cm Höhe. Die nächste Klasse ist die Klasse A bis zu einer Höhe von 1,05m, wobei es eine 1* und eine 2* Ausführung gibt, um die Anforderungen noch einmal anzupassen. In der Klasse L sind die Anforderungen dann schon etwas höher, nämlich bis 1,15m. Die mittlere Klasse M ist wie die Klasse A in 1* und 2* unterteilt, dabei ist M* 1,25m und M** 1,35m hoch. Die schwere Klasse beginnt bei 1,40m und geht national bis 1,55m, auch hier gibt es verschiedene Unterteilungen.

Allgemeines:

In jeder Spring-Prüfung führt die 3. Verweigerung zum Ausschluss. Ihr werdet abgeklingelt und müsst den Parcours verlassen, und ihn nicht mehr beenden. Dasselbe gilt für einen Sturz von Reiter und/oder Pferd. Auch das Einschlagen eines falschen Parcours, also das Springen eines Hindernisses in der falschen Reihenfolge, führt unweigerlich zur Eliminierung.

 

Stil-Springprüfung:

Der Sieger wird hier nicht nach Fehlern und Zeit ermittelt, sondern nach dem Reitstil. Die Richter legen dabei Augenmerk auf den Sitz des Reiters, die Einwirkung auf das Pferd und die Übersicht im Parcours mit Wegen und Tempo, sowie der Einhaltung der Galoppsprünge in Distanzen. Der Gesamteindruck wird dann in einer Grundnote zwischen 0 und 10 bewertet. Abzüge kann es für gefallene Stangen, Verweigerungen und Zeitüberschreitung geben. Pro gefallener Stange gibt es 0,5 Abzug von der Grundnote. Die 1. Verweigerung wird ebenfalls mit 0,5 bestraft, die 2. Verweigerung am SELBEN Hindernis wiederum mit 2,0! Kommt im Verlaufe des Parcours ein 2. Stopp hinzu, werden dafür 1,0 abgezogen. Die 3. Verweigerung führt wie immer zum Ausschluss. Für jede angefangene Sekunde über der Erlaubten Zeit (EZ) werden 0,1 von der Grundnote abgezogen. Nach allen Abzügen steht somit eine Endnote, wobei natürlich der Reiter mit der höchsten Endnote der Sieger der Prüfung ist.

Springprüfung:

Hierbei entscheiden sowohl Fehlerpunkte als auch Zeit über Sieg und Platzierung. Pro gefallende Stange werden hier 4 Fehler angerechnet. Die gleichen Fehlerpunkte bekommt man bei der 1. und 2. Verweigerung, die 3. führt wie immer zum Ausschluss. Die Zeit spielt hier natürlich eine große Rolle und kann bei einer Verweigerung schnell mal eng werden. Für jede angefangene Sekunde über der erlaubten Zeit gibt es hier 0,25 Punkte. Das Reiter-Pferd-Paar mit den wenigsten Fehlern und der schnellsten Zeit geht dann am Ende als Sieger vom Platz.

Springprüfung mit Stechen:

Hier gibt es einen Umlauf, wie in einer normalen Springprüfung, alle Reiter starten nach der Reihenfolge der Starterliste und versuchen, den Parcours möglichst fehlerfrei zu beenden. Dabei gelten die gleichen Fehlerpunkte wie in einer normalen Springprüfung. Alle fehlerfreien Ritte treten dann erneut im Stechen an. Ein verkürzter Parcours soll hier bestmöglich geritten werden und auch hier ist das schnellste Reiter-Pferd-Paar mit den wenigsten Fehlern am Ende der Sieger der Prüfung.

Springprüfung mit Siegerrunde:

Das Prinzip ist ähnlich dem Stechen, doch hier kommen nicht nur die fehlerfreien Ritte in die nächste Runde, sondern ein in der Ausschreibung festgelegter Teil der Starter, meist das beste Viertel. Das kann gut oder schlecht für euch sein. Ihr könnt einerseits Glück haben und mit Fehlern noch in der Siegerrunde reiten, andererseits könnt ihr Pech haben und mit einer Nullrunde, aber einer zu langsamen Zeit, nicht mehr dabei sein. In der SR werden die eventuellen Fehler des Umlaufs mitgenommen und eventuelle weitere Fehler dazu addiert.

Zwei-Phasen-Springprüfung:

Wer die erste Phase fehlerfrei, also ohne Spring- und Zeitfehler, überwindet, reitet durch die Ziellinie der Phase 1, was gleichzeitig die Startlinie für Phase 2 ist. Wer im ersten Teil des Parcours Fehler kassiert hat, wird nach der Ziellinie abgeklingelt und darf nicht weiter reiten. Am Ende zählen dann Fehler und Zeit der 2. Phase für die Platzierung. Sind aber nur wenige Reiter in die 2. Phase gekommen, können die besten Reiter der 1. Phase auch noch in die Platzierung rutschen.

Punkte-Springprüfung:

Im Gegensatz zu anderen Prüfungen, wo man Punkte auf dem Konto vermeiden möchte, will man hier so viele wie möglich sammeln. Dabei ist es eine Besonderheit, dass es keine Kombination gibt. Der Grund dafür ist ganz einfach. Für das fehlerfreie Überwinden von Sprung 1 gibt es 1 Punkt, für Sprung 2 2 Punkte und so weiter. Zu überwinden sind dabei 6, 8 oder 10 Hindernisse, je nach Klasse. Wenn man einen Fehler an einem Sprung hat, bekommt man diese Punkte nicht gutgeschrieben. Der letzte Sprung ist dabei die absolute Besonderheit. Denn da stehen plötzlich 2 Sprünge nebeneinander. Welchen ihr springt, liegt ganz bei euch. Allerdings solltet ihr beachten, dass es für den „normalen“ Sprung die normale Punktzahl gibt und für den „Joker“ die doppelte. Also z.B. statt 8 dann 16 Punkte. Da derjenige mit den meisten Punkten und der schnellsten Zeit gewinnt, ist das ja sehr verlockend. Aber der Joker ist meist sehr luftig mit nur wenigen Stangen gebaut oder mit einem tückischen Graben etc versehen und ein paar Zentimeter höher als der normale Sprung, also schon ein Stück schwieriger. Man sollte sich also genau überlegen, ob man den Joker anreitet, denn fällt dort eine Stange, trifft es einen doppelt. Das bedeutet nicht nur, dass man die Gut-Punkte nicht bekommt, sondern die beispielsweise 16 Punkte werden von euren bisher erreichten Punkten ABGEZOGEN. Also nehmet bei Unsicherheiten lieber den „sichereren“ Sprung.

Springpferde-Prüfungen:

Diese sind ähnlich angelegt wie die Stil-Springen, allerdings liegt hier das Hauptaugenmerk auf den Pferden und nicht auf dem Reiter. Dabei bewerten die Richter Rittigkeit und Springmanier im gleichen Bewertungsmaßstab wie bei Stil-Springen. Also können auch hier Wertnoten von 0-10 erreicht werden, abzüglich der Hindernis- und Zeitfehler.

Springreiter-Wettbewerb:

Springreiter-Wettbewerbe sind in den Anforderungen an ein E-Springen angelehnt und sind somit perfekt zum Reinschnuppern in die Turnierszene. Ihr müsst zur Teilnahme nicht alle speziellen Voraussetzungen wie an der Teilnahme an LPO-Turnieren erfüllen, sondern lediglich in einem Verein Mitglied sein. So wird euch der Turnierstart erst einmal erheblich vereinfacht, da hier nach der WBO ausgeschrieben wird.


Natürlich gibt es noch andere Arten, wie das Barriere-, Glücks - oder Staffettenspringen und noch viele viele mehr, aber die sind so selten und teilweise kompliziert, dass wir uns nur für die oben aufgeführten für den Anfang entschieden haben. Falls ihr hierüber mehr wissen wollt, können wir das aber gerne fortsetzen! 

 

 

Wir haben eine Datei mit den wichtigsten Fakten der vorgestellten Springprüfungen erstellt, die ihr euch downloaden könnt!

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Ausgewählte Springprüfungen erklärt
Noch einmal alle Fakten des Videos für euch zusammengefasst! Viel Spaß damit!
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