Heinrich-Wilhelm Johannsmann im Landgestüt Moritzburg

Wie ihr wisst, konnten wir leider nicht als Aktive am Großen Preis von Sachsen teilnehmen. Dass wir aber trotzdem mit Ina Roch und Jörg Hesse von Bemer als Aussteller mit vor Ort waren, ermöglichte uns einen aufregenden Tag am 9. November. Auf der Messe fragte mich unser Landestrainer Manfred Kröber, ob Lumpi läuft. Ich fragte ungläubig nach, wie er LAUFEN meinte. Ich war der festen Überzeugung, er wüsste, was mit Lumpi sei. Und Schritt LAUFEN durfte er ja wieder. „Wie genau Laufen?“ - „Muss nicht viel sein, nur so 1,20m.“ Eeeeehm okay, nein. Ich klärte ihn über Lumpis Verletzung auf, wovon er geschockt war, denn er wusste davon nichts. Glücklicher Weise hatte ich ja aber noch Lindgren, habe ihm von ihr erzählt und so fragte er, ob ich mit ihr am 9. November an einem Lehrgang teilnehmen möchte. Es handelte sich um ein FN-Seminar, bei dem Heinrich-Wilhelm Johannsmann seinen neuen Lehrfilm vorstellte und die Theorie danach in der Praxis demonstrieren wollte.

Wir machten uns also auf den Weg nach Moritzburg. Die Anreise gestaltete sich etwas schwierig. Lynn und ich waren mit Lindgren im Gepäck mit dem LKW unterwegs und fanden kurz vor unserem Ziel eine gesperrte Straße vor. Ich hätte bequem auf einem Parkplatz drehen können uns wäre über die Schlossallee rein gefahren. Alex war mit dem PKW zufällig kurz vor mir und sagte am Telefon, ich solle ihm hinterher fahren, er wisse wo wir entlang fahren können. Da vertraut man einmal einem Mann beim Autofahren und fährt 1 Stunde Umweg!! Merke: Wir fahren eigentlich 10 Minuten nach Moritzburg. Nunja. Als wir endlich im Gestüt angekommen waren, haben wir die Puppe erstmal in eine Box gestellt und uns mit in das Theorieseminar gesetzt. 

Die DVD bezieht sich sehr stark auf die Grundlagen der Reiterei. Das, was oft vergessen wird beim Training in höheren Klasse. Es wird viel Wert auf die Trabarbeit als Fundament für die Rittigkeit und den späteren Parcouts gelegt, genauso wie korrekte und durchdachte Hufschlagfiguren. Das, was ich mitbekommen habe, hat mich sehr angesprochen und ich kann den Film wirklich weiterempfehlen. Im Film ging es von viel Dressurarbeit über Stangen und Cavaletties bis hin zu entspannten kleineres Sprüngen auf L/M*-Niveau. Da ahnte ich dann, wie lang die Reiteinheit werden würde. 

 

Nach ausgiebigem Schritt reiten ging es dann vor großer Zuschauerkulisse los mit lockerem Abtraben auf großen gebogenen Linien. Korrekte Stellung und Biegung und vorausschauendes Reiten waren hier als Hauptaugenmerk gesetzt, sowie die korrekte Vorbereitung der Linien. Ich war sehr zufrieden mit Lindgren, denn sie hat sich nicht ins Gebiss gehangen, wie sie es sonst am Anfang der Trabarbeit für ein paar Tritte macht. Weiter ging es mit einem locker flockigem Abgaloppieren und auch das hat sie ganz entspannt gemacht. Langsam ging es dann auf die Hinterhand, Aussitzen und korrekte Volten standen an. Auch korrekte Übergänge zwischen Trab und Galopp, wobei vor allem das Durchparieren eine besondere Aufmerksamkeit bekam. „Das Pferd in der neuen Gangart ankommen lassen“ ist einer von 2 Sätzen, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind.  Ein paar einfach Galoppübungen schlossen sich dann an. Wir sollten an der langen Seite an einer bestimmten Stelle anfangen, 8 Galoppsprünge laut zu zählen und dann dir Größe der Galoppsprünge so variieren, dass wir entweder später oder früher an einem Punkt ankommen. Aber immer mit den 8 Sprüngen. Klingt total einfach oder? Eine gute Übung für feinfühliges Einwirken auf die Galoppade für den späteren Parcours und für jeden Zuhause umsetzbar. Eine ähnliche Übung haben wir dann mit einer vorgeschrieben Galoppsprungzahl bis zum fliegenden Wechsel geritten, was als eine Steigerung der vorangegangenen Übung genauso simpel zu trainieren ist. Dann kamen langgsam Cavalettis ins Spiel - wurde auch mal Zeit nach fast 1 Stunde Arbeit. Die Stunde hat man auch der Puppe angemerkt, denn sie hatte eine kleine Bockphase mit Bucklern, aber die war bald wieder vorbei. Distanzübungen und korrektes Landen diente der Vorbereitung der kleineres Sprünge, die sich anschlossen. Was vorher mit Cavalettis gearbeitet wurde, wurde auf kleine Sprünge übertragen. Cavalettis auf Distanzen in Kombination zu Einzelsprüngen und Kombinationen. Rhythmus finden für den abschließenden Parcours. Hier zeigte sich anfangs noch ein wenig Genicke von Lindgren, aber je mehr ich sie wieder gearbeitet hatte, desto mehr kam sie mir wieder entgegen. Der Parcours war nicht hoch gebaut, nur auf L-Niveau, aber mit vielen Distanzen und gebogenen Linien, sodass man immer ein gutes Gespür für Rhythmus und Linie behalten musste. Eine Linie habe ich noch einmal wiederholt, weil ich einen Galoppsprung zu viel geritten bin im Parcours, was aber ohne auseinander jagen nicht anders lösbar gewesen wäre, weshalb ich mich dafür entschieden habe. 

 

 

Einen zweiten Parcours habe ich der Maus erspart, da es so schon sehr sehr anstrengend war und in meinen Augen auch ein bisschen Over The Top. Keines der Pferde war voll im Training und so war es doch eine sehr harte Trainingseinheit über 2 Stunden, natürlich mit Schrittpausen zwischendurch. Für mich selbst konnte ich leider nicht allzu viel neues aus dem Tag ziehen, aber das war ja eigentlich auch nicht der Grund, warum wir dort geritten sind. Die Trainerweiterbildung stand im Vordergrund und dafür wurde viel Wissen vermittelt. Ich habe viel über Lindgren dazu gelernt und weiß jetzt, wie und wo ich meine weiteres Schwerpunkte in der Winterarbeit setzen muss.

 

Es wird natürlich auch ein Video dazu folgen, das kommt dann aber vermutlich erst am 18. November 18.00 Uhr auf unserem YouTube-Kanal online. Schaut also unbedingt vorbei, wenn ihr mehr sehen wollt!